DER RAUM
Das neue Projekt von 7hours stellt den alten Tierstall - das
HAUS 19 - des Campus Nord der Humboldt-Universität Berlin ins Zentrum der
künstlerischen Aufmerksamkeit: Der Raum ist die Partitur.
Das 1846 errichtete Gebäude direkt neben dem alten Hugenottenviertel und
der belebten Berliner Friedrichstraße war bis 2003 als Ort der Nutztierforschung
etabliert und verlangt eine Gratwanderung zwischen der dem Raum eingewachsenen
dunklen Seite der Wissenschaften (an der wir alle beteiligt sind) und der Idyllik
eines Bauernhofes. Ziel ist, eine der freiheitlichen Seiten zu erschließen,
die dem Raum immanent sind. - Das gilt für Künstler wie Betrachter.
Es war viel mehr als eine Wohnung; es war ein Innenraum. In diesem Augenblick wurde klar, welche Art von Räumen ich eigentlich suchte und das an Stelle der Wohnung der Ausstellungsraum getreten war; Ausstellungsräume im wörtlichen Sinn, die ein Innen nach außen stellen und damit öffentlicher machen, als ein öffentlicher Raum das je beabsichtigt. Man könnte sich nähern, indem man sagt, es sind Räume, die im Traum bereits aufgesucht wurden und die man wieder erkennt: Orte der Freiheit.
Alle bildenden Künstler, Performer, Komponisten, Musiker und Dichter, die sich auf den Ort einlassen, nehmen einen Raum in Anspruch, der seinerseits voller radikaler Ansprüche steckt.
Zum Abschluss jeder Saison ist jeweils im Sommer ein Klangfest vorgesehen. Das Klangfest ist ein offenes Programm. Es wird aus der Arbeit im laufenden Jahr verändert und geprägt werden.